Die Geschichte des Hamburger Fechtsports
In Hamburg entstanden die ersten Fechtclubs um 1900, zuerst die Altonaer Fechtriege, dann 1905 der Hamburger Fechtclub und etwa zur gleichen Zeit der Eimsbütteler Turnverband. Es gab immer zwischen zehn und 15 Vereinen und Fechtabteilungen in der Stadt. In den Zeiten nach 1933 war der politische und gesellschaftliche Einfluss groß. Im 2. Weltkrieg übernahm Deutschland sogar gewaltsam die Führung in der FIE. Dass die gesamten Akten/Archive der FIE in Berlin ein Opfer der Bombenangriffe wurden, hat man in Frankreich und Belgien lange nicht vergessen.
Der Hamburger Fecht-Verband gründete sich nach dem 2.Weltkrieg neu, und zwar am 29. September1949. Im Jahr 1951 gab es die ersten Hamburger Meisterschaften.
Auf den Deutschen Meisterschaften 1953 errang die Degenmannschaft des HFC den Meistertitel. Mit dem Fechtclub Rothenbaum, von Otto Gerresheim 1954 gegründet, stellten sich in den Jahren 1956-1965 besondere sportliche Erfolge ein. (Otto Gerresheim war 1951 aus Berlin nach Hamburg gekommen und hatte zuerst den HFC trainiert.)
In dieser Zeit war besonders Tim Gerresheim, der Sohn des Meister Gerresheim, erfolgreich. Er war 1959 Deutscher Florettmeister der Aktiven, Vizeweltmeister der Junioren in Paris. Bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 holte er mit der Florett-Nationalmannschaft Bronze. In einem entscheidenden Vorkampf der Mannschaft gegen Frankreich gab es im Stichkampf den 5:0 Sieg von Tim gegen Oriola, dem großen Spitzenfechter der Franzosen und Weltmeister. Das Gefecht dauerte nur 45 Sekunden. Tim Gerresheim war bei drei Olympischen Spielen dabei. 1960 in Rom, 1964 in Tokio (6. Platz im Einzel Florett) und 1968 in Mexiko. Der Club gehörte in den Jahren 1959-1967 zu den leistungsstarken in Deutschland.
Die Junioren errangen 1963/1967 die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Florett, 1963 auch die im Säbel. Wilfried Wöhler, ETV, dann FCR, wurde Deutscher Meister im Säbel 1960. Erika Bethmann, ETV, nahm als Florettfechterin an den Olympischen Spielen in München 1972 im Einzel und mit der Mannschaft teil. Rafael Nickel, ein Degenfechter vom Blankeneser Fechtclub, errang den größten Erfolg unter den Hamburger Fechtern bisher: Er holte, zwar schon in Diensten von Tauberbischhofsheim unter dem Trainer Emil Beck, mit der Mannschaft im Degen die Goldmedaille in Los Angeles bei den Olympischen Spielen 1984.
Nicht nur in sportlicher Hinsicht, auch als Organisatoren von Veranstaltungen haben Hamburger Fechter Einiges geleistet. Das Säbelturnier "Wappen von Hamburg" war lange Jahre ein bedeutendes internationales Turnier. Ein besonderer Höhepunkt war die Fecht-Weltmeisterschaft in Hamburg 1978. Sie wurde von dem Trio Horst Wauschkuhn (ETV), Joachim Nickel (FC Blankenese) und Johannes Nielandt organisiert. Viele Hamburger Fechter waren aktiv bei der Organisation dabei. Horst Wauschkuhn war zu Zeiten der großen Erfolge der Deutschen Nationalfechtern unter Emil Beck, Tauberbischofsheim, der Sportwart im DFB. 1989 richtete Hamburg ein Finale im Deutschland-Pokal aus. (D. Bialas und Joh. Nielandt).
Bisher letzte größere Aktion: Der Hamburger Fechtclub, HFC, holte Januar 2003 die Deutsche Meisterschaft im Degen nach Hamburg. Höhepunkt war das Finale im Cinemax-Kino am Dammtor.